Schwergewicht der deutschen Volkswirtschaft

Die Immobilienwirtschaft hat eine tragende Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft; rund 18 Prozent der Bruttowertschöpfung entfallen auf immobilienbezogene Wirtschaftsaktivitäten. Diese Aktivitäten verteilen sich auf über 815.000 Unternehmen, knapp 3,9 Millionen private Vermieter und rund 16 Millionen Selbstnutzer. Darüber hinaus zeichnet sich die Immobilienwirtschaft nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihre Stabilität aus und trägt damit zur Resilienz der deutschen Volkswirtschaft bei. Insbesondere nach dem Platzen der US-amerikanischen Immobilienblase in den Jahren 2006/2007 und der darauffolgenden Finanzkrise konnte die deutsche Immobilienbranche ihre Stabilität unter Beweis stellen. Immobilien sind die bedeutendste reale Anlageklasse in Deutschland. Vom gesamten Bruttoanlagevermögen (zu Wiederbeschaffungspreisen) in Höhe von 17,3 Billionen Euro zum Jahresende 2016 entfielen 80,3 Prozent oder 13,9 Billionen Euro auf Bauten aller Art. Nach Abzug von Abschreibungen beläuft sich das gesamte deutsche Nettoanlagevermögen in Bauten auf knapp 8 Billionen Euro, wovon circa 4,8 Billionen Euro in Wohnbauten und 3,2 Billionen Euro in Nichtwohnbauten gebunden sind. Das gesamte in Immobilien enthaltene Vermögen übertrifft damit das Nettonationaleinkommen Deutschlands im Jahr 2015 um mehr als das Dreifache.

Dennoch sind die finanziellen und baurechtlichen Rahmenbedingungen der Branche in den letzten Jahren insgesamt schwieriger geworden. So steht die Immobilienwirtschaft nicht nur tief greifenden wirtschaftlichen Veränderungen gegenüber, große Herausforderungen entstehen auch durch gesellschaftlich und strukturell bedingten Wandel. Dies sind insbesondere die zunehmende Internationalisierung der Finanz- und Immobilienmärkte bei gleichzeitig verstärkter Regionalisierung der Wohnungsmärkte, die Energiewende und Klimawandel sowie die demographische Entwicklung bei steigender Wohnungsnachfrage in den Ballungszentren und Abwanderungsbewegungen im ländlichen Raum. Sowohl Politik als auch behördliche Institutionen müssen daher reagieren und stärker als bisher mit der Immobilienwirtschaft zusammenarbeiten, um auf die anstehenden Herausforderungen sinnvoll zu reagieren. Denn Immobilien müssen den Anforderungen einer sich stetig verändernden Gesellschaft genügen sowie in ausreichendem Maß am Markt verfügbar sein, so dass die Funktionsfähigkeit des Marktes sichergestellt wird.

Dabei ist diese Zahl nicht mit der Eigentumsquote zu verwechseln, die den Prozentsatz der Haushalte beschreibt, die im selbst genutzten Eigentum leben. Diese liegt spürbar niedriger, denn nicht alle Immobilieneigentümer wohnen im selbst genutzten Eigentum. Knapp 3 % aller Haushalte wohnten nach der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe trotz eigenen Wohnimmobilienbesitzes zur Miete.