Schwergewicht der deutschen Volkswirtschaft

Immobilien sind von hohem gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Wert und tragen im erheblichen Maß zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung bei. Entsprechend nahm die Immobilienwirtschaft 2012 einen Anteil von etwa 19 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung ein, was umgesetzt in absolute Zahlen rund 434 Milliarden Euro ausmachte.434 Mrd. € Damit trug sie fast zwei Mal mehr als der Handel, über zweieinhalb Mal mehr als die Gesundheitswirtschaft und rund fünf Mal mehr als der Fahrzeugbau zur Wertschöpfung in Deutschland bei. Vertrauen schaffen Immobilien auch als Anlageobjekte bei der privaten Vorsorge sowie bei unternehmerischen Investitionen und institutionellen Anlegern, denn rund vier Fünftel der wertmäßigen Anlagevermögen fließen derzeit in den Gebäudebestand. Insgesamt waren 2012 etwa 7,45 Billionen Euro allein in Immobilien angelegt.

Während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise hat der der Immobilienmarkt in Deutschland eine  stabilisierende Wirkung auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gehabt. Positiv wirkt sich das traditionell solide langfristige Finanzierungssystem mit risikoarmen Festzinsdarlehen aus.

Dennoch sind die finanziellen und baurechtlichen Rahmenbedingungen der Branche in den letzten Jahren insgesamt schwieriger geworden. So steht die Immobilienwirtschaft nicht nur tief greifenden wirtschaftlichen Veränderungen gegenüber, große Herausforderungen entstehen auch durch gesellschaftlich und strukturell bedingten Wandel. Dies sind insbesondere die zunehmende Internationalisierung der Finanz- und Immobilienmärkte bei gleichzeitig verstärkter Regionalisierung der Wohnungsmärkte, die Energiewende und Klimawandel sowie die demographische Entwicklung bei steigender Wohnungsnachfrage in den Ballungszentren und Abwanderungsbewegungen im ländlichen Raum. Sowohl Politik als auch behördliche Institutionen müssen daher reagieren und stärker als bisher mit der Immobilienwirtschaft zusammenarbeiten, um auf die anstehenden Herausforderungen sinnvoll zu reagieren. Denn Immobilien müssen den Anforderungen einer sich stetig verändernden Gesellschaft genügen sowie in ausreichendem Maß am Markt verfügbar sein, so dass die Funktionsfähigkeit des Marktes sichergestellt wird.

Dabei ist diese Zahl nicht mit der Eigentumsquote zu verwechseln, die den Prozentsatz der Haushalte beschreibt, die im selbst genutzten Eigentum leben. Diese liegt spürbar niedriger, denn nicht alle Immobilieneigentümer wohnen im selbst genutzten Eigentum. Knapp 3 % aller Haushalte wohnten nach der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe trotz eigenen Wohnimmobilienbesitzes zur Miete.